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Der Atlas meines Lebens

Aktualisiert: 2. Apr. 2023


von Guy Browning



Klappentext



Was tust du, wenn dein Vater sich auf lange Familienmärsche spezialisiert hat, die er mit 'Abkürzungen' durch militärisches Sperrgebiet noch länger und reizvoller macht? Verzweifeln, oder - eine tiefe Liebe zu Landkarten entwickeln. Und deinen spektakulär durchschnittlichen Lebenslauf vom weinerlichen Kleinkind zum weinerlichen jungen Mann anhand von abenteuerlichen Karten nachzeichnen: von den entferntesten Ecken der Alpen, über die Niagarafälle, das Mittelmeer und Zentralamerika bis zum düsteren Chipping Norton.




Ein Leben auf Reisen


Guys Vater hat nach der Hochzeit ihr zuliebe mit dem Rauchen aufgehört - glaubt die Mutter. Worauf sich der Vater in Wirklichkeit spezialisiert hat: Lange Spaziergänge (außer Sichtweite) um die besten 'Frischluftvorkommen' der Umgebung zu entdecken. Mal allein, mal mit der Familie. Wenn allerdings Guy und seine Geschwister (das gemästete Kalb und die Heilige) mit dabei sind, geht es tatsächlich weniger um 'Frischluft' sonder mehr um Abkürzungen.

Da fährt man schon mal einen Vulkan hoch oder landet beim Militär, dem man anschließend nicht nur die Sicherheitslücke aufzeigen, sondern auch die besten Brombeergebiete beschreiben kann.

Der Vater war seinerzeit selbst beim Militär, wo er äußerst gern den Funk bediente, was seine Kameraden jedoch so peinlich fanden, dass sie ihn von der Brücke verbannten.


Die Mutter hingegen glaubt an die umfassenden Heilkräfte von Porridge und Lebertran und ist überdies nur englischen Kartoffeln gegenüber aufgeschlossen. Südamerikanische sind ihr paradoxerweise suspekt.


Der Bruder (das gemästete Kalb), zeigt schon von Kindesbeinen an einen ausgeprägten Hang zum Kapitalismus und versieht gerne Dinge mit seinem Namen um seine Besitzansprüche geltend zu machen. Außerdem versteht er es, Guy für seine Projekte einzuspannen.


Die Schwester (die Heilige), hat ein Gesicht, dass einen alle seine Sünden beichten lässt und einen schwören lässt fortan ein gutes Leben zu führen.


Guy (das mittlere Kind), durchlebt eine angeberische Phase, lässt sich auf Abenteuer ein und mag Karten. Stadtkarten, Landkarten, Karten vom eigenen Garten - jedem Kapitel ist eine vorangestellt, auf der vermerkt ist, was wo passiert ist.


Die Kapitel sind, wie könnte es anders sein, in Orte unterteilt. Gewohnt wurde viel um Oxford herum, aber auch in El Salvador und Texas verbrachte die Familie längere Zeit. Kurze Aufenthalte in Deutschland, Wales, Italien und Kanada geben Einblicke in das Leben eines weit gereisten. Aber auch zu Orten, die er nie bereist hat, hat Guy eine Verbindung, Vorstellung und Meinung.

Ich mochte besonders den Abschnitt über Wales, denn in der Gegend, die Guy Browning hier beschreibt, lebt meine Schwiegerfamilie! Es ist eine Sache, über einen Ort zu lesen, jedoch eine ganz andere, sich dort ebenfalls auszukennen und so noch viel lebendigere Bilder von der Umgebung vor Augen zu haben. Dadurch, das Guy so viele Stationen in seinem Leben beschreibt, werden wahrscheinlich noch mehr Leser, das Gefühl bekommen, dabei gewesen zu sein.


Das Buch sprüht vor Humor. Die vielen Anekdoten sind so lustig beschrieben, dass aus einer normalen Kindheit ein spannendes Abenteuer wird. Wie gelangen die Brownings nur immer wieder in solche Situationen?




Eckdaten


Seitenzahl: 272

Genre: humorvolles Sachbuch

Verlag: Bastei Lübbe

Bewertung: ★★★★☆

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