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Die Autorinnen-WG: Carin & Charlotte²


Liebe Carin/ Charlotte Müller/ Taylor/ McGregor, mit wem genau spreche ich hier eigentlich gerade? Oder kommst du bei den Pseudonymen selber durcheinander? Haha, gute Frage. Also Carin und Charlotte funktionieren immer. Mit den Nachnamen komme ich allerdings häufig durcheinander. Und Büchersignieren geht inzwischen nur noch, wenn ich vorher eine Stunde meditiert habe. Was exakt nie vorkommt. Daher kommt es leider erschreckend oft vor, dass ich einen falschen Namen in ein Buch schreibe. Das ist echt superpeinlich.



Du bist ja das, was man landläufig als Hybridautor bezeichnet, also machst sowohl die Verlagswelt als auch das Selfpublisher Universum unsicher. Ich finde das total spannend. Erzählst du uns, wie das kam und was vielleicht die wichtigsten Unterschiede sind – wo liegen für dich die Vor- und Nachteile auf beiden Seiten?


Wenn ich alle Details aufzählen würde, käme vermutlich ein Ratgeberbüchlein heraus – was vielleicht mal eine gute Idee wäre … Oder wir machen mal einen Insta-Live-Talk zum Thema, sollten sich Menschen dafür interessieren?

In aller Kürze: Mein Autorinnen-Debüt habe ich 2009 mit "Mopsküsse" bei Goldmann gegeben. Es folgte 2012 die Fortsetzung "High Heels und Hundekuchen". Danach habe ich mich 2014 und 2015 gründlich im Selfpublishing getummelt und viele Dinge ausprobiert – u.a. den ziemlich abgedrehten Roman "Gefühlte Wahrheit", den mein damaliger Agent für "nicht verkäuflich" (in der Verlagswelt) hielt. Was soll ich sagen? Er hatte recht. Er hat sich auch im Selfpublishing nicht gut verkauft, obwohl ich die Geschichte wirklich sehr liebe und sie einige Hardcore-Fans gefunden hat, die meine anderen Romane viel zu mainstreamig finden. Wer mal reinlesen mag, jetzt im November gibt es den Roman als eBook in allen Shops für nur 99 Cent.

Es folgte ein Ausflug ins "Knister-Genre" unter dem zunächst geschlossenen Pseudonym Charlotte Taylor. Die "Hot Chocolate"-Reihe lief dann erschreckend gut. Was soll ich sagen? Sex sells obviously. Das fand dann auch Lübbe und so ist die Reihe 2016 zum Imprint "beHEARTBEAT" umgezogen. Parallel dazu hat Wirtskörper Carin ihren bisher letzten Roman "Tage zwischen Ebbe und Flut" bei Knaur veröffentlicht – leider ein grandioser Flop. Carin ist dann als Autorin in Frührente gegangen und hat das Ruder völlig Charlotte überlassen – und ja, mir ist bewusst wie schizo das klingt …

Blöderweise hatte ich aber auch als Charlotte bald keine Lust mehr "nach dem Markt" zu schreiben. Ich habe offensichtlich einen ausgeprägten Hang dazu, mir das Leben unnötig schwer zu machen. Es folgten die wohl untypischsten Millionärs-Romane des Genres, mehrere (glücklicherweise nicht öffentliche) Sinnkrisen, ehe ich dann 2018 mit "Robin – High in the Sky" das Gefühl hatte, "meine Stimme zu finden". Das war unglaublich beglückend und berauschend.

2019 wurde heimlich still und leise Charlotte McGregor geboren (manche sagen auch Charlotte Taylor hat geheiratet), doch das offizielle Schottland-Debüt kam dank Corona erst im April 2021 bei Heyne heraus. Inzwischen sind auch die Bände 2 und 3 der "Highland Hope"-Reihe geschlüpft. Aber weil ich mich nicht gerne auf eine Linie festlege, habe ich parallel noch an der "Insel der Wale"-Reihe als Charlotte Taylor gearbeitet, wo auch gerade der dritte Band erschienen ist.

Ich hab ja gesagt, ich kann mich bei so einer komplexen Frage nicht kurzfassen … Sorry. Vor- und Nachteile gibt es tatsächlich in beiden Veröffentlichungsformen. Im Selfpublishing ist das finanzielle Risiko viel größer – jedenfalls dann, wenn man Wert auf Qualität legt –, aber man hat dafür erheblich größere Freiheiten. Der Reiz, bei großen Publikumsverlagen veröffentlichen zu dürfen, ist neben dem Vorschuss vor allem die vergleichsweise große Sichtbarkeit. Es ist ein tolles Gefühl, die eigenen Bücher überall in den Läden liegen zu sehen. Das schafft von den Selfpublishern sonst höchstens die fantastische Marah Woolf.

Ich mag übrigens den Ausdruck "Hybridautor" gar nicht. Ich bin Schriftstellerin. Punkt. Und ich nehme mir die Freiheit heraus, als Autorin für jedes Projekt das passende Vertriebs- und Veröffentlichungsmodell herauszusuchen. Best of both worlds sozusagen. Ich habe mitbekommen, dass du bei deiner Waltrilogie gerne aktuelle Themen in die Handlung einbaust. Ist das generell so? Oder anders gefragt: Gibt es Dinge, die dir in deinen Büchern besonders wichtig sind?

Sagen wir's so: Ich kann mir nicht vorstellen, KEINE aktuellen Themen aufzugreifen. Wenn ich einen Roman schreibe, kriege ich ja trotzdem was vom Leben mit. Das sind Dinge, die mich beschäftigen, über die ich viel nachdenke. Die fließen dann automatisch in meine Geschichten ein. Auf der anderen Seite habe ich mich bewusst dafür entschieden, die Pandemie NICHT zu behandeln.

Vordergründig geht es in meinen Geschichten natürlich um das große universelle Thema der Liebe. Aber immer schwingen auch andere Themen mit. Mal ist es ein wenig gesellschaftspolitisch, mal geht es um individuelle Schicksalsschläge. Mir ist jedoch wichtig, nie mit dem erhobenen Zeigefinger zu wedeln. Ich will die Leute ja nicht belehren, sondern in erster Linie unterhalten und sie vielleicht ein bisschen zum Nachdenken bringen. Aber wer sich mit den "großen Themen" nicht beschäftigen will, kann sie auch relativ einfach ignorieren und meine Bücher als Feel-Good-Geschichten mit Happy-End-Garantie lesen.

Autoren sind ja nicht nur Schreiber, sondern auch Leser. Gibt es Bücher, die dich geprägt haben?

Ich würde es genau so formulieren: Bücher haben mich geprägt!

Ich lese seit so vielen Jahren so unendlich viele Bücher in fast allen Genres, dass ich beim besten Willen keines herausstellen kann oder will. Geschichten sind mein Lebenselixier, sie prägen mein Denken, mein Handeln mein Fühlen – und auch mein Schreiben.

Welchen Autor würdest du gerne einmal treffen? Wenn du demjenigen eine Frage stellen dürftest, welche wäre das?

Ich habe ja das große Glück, viele Kolleginnen und Kollegen, die ich toll finde, bereits zu kennen. Aber ich würde wirklich gerne mal mit Diana Gabaldon, J.K. Rowling und Susan Elizabeth Philipps zu Abend essen und mit ihnen übers Schreiben quatschen. Das wäre großartig.

Wenn du in deine Romanwelt einen Protagonisten aus dem Buch eines Kollegen einladen dürftest, wer wäre das? Und wo genau würdest du denjenigen hinschicken? Schottland, Vancouver, oder ganz woanders?


Hm, spannende Idee. Vielleicht würde ich Lori Shepherd aus der "Aunt Dimity"-Reihe von Nancy Atherton mal nach Kirkby schicken. Ich schätze, da könnte sie einige Geheimnisse aufdecken.


Welches Genre werden wir von dir wahrscheinlich nie zu lesen bekommen und warum?

Grundsätzlich schließe ich gar nichts aus, denn sobald ich sage, dass ich etwas garantiert NIEMALS tun werde, beschäftigt es mich so sehr, dass ich es dann doch ausprobiere. Spontan hätte ich jetzt gesagt, dass es wohl nie eine Horror-Story von mir geben wird, doch das wäre gelogen – es gibt nämlich schon eine. Was ich jedoch mit ziemlicher Sicherheit ausschließen kann ist "Dark Romance" oder "Rape Romance", denn die Kombination von Gewalt und Sex finde ich aus sehr vielen Gründen extrem problematisch.

Ich bin mir sicher, du als kreativer Mensch bist trotzdem in der Lage uns vielleicht die ersten paar Sätze eines neuen Romans in genau diesem Genre zu skizzieren?

Könnte ich womöglich, werde ich aber nicht, weil siehe oben. Aber ich hätte die erste Zeile meiner Horror-Splatter-Geschichte für dich:

»Was für eine Scheißidee ...« – wirklich seltsam, was einem final durch den Kopf geht.

Wo wir gerade dabei sind, wovon wird dein nächstes Projekt handeln?

Der Roman, an dem ich gerade in den letzten Zügen sitze, handelt von der Botanikerin Philippa Gordon, die es ziemlich unverhofft auf die Scilly-Inseln verschlägt.

Es gibt sogar schon einen Titel, einen Klappentext, ein wunderbares Cover und einen Veröffentlichungstermin – am 9. Mai 2022


Island Dreams – Der Garten am Meer


Ein unerwarteter Neuanfang im Paradies


Philippa Gordon hat alle Brücken hinter sich abgebrochen und steht kurz davor, das nasskalte Schottland ein für alle Mal zu verlassen. Doch als ihre Schwester bei einem tragischen Unfall stirbt, muss Philippa ihren Lebenstraum jäh aufgeben. Ihr dreijähriger Neffe Rufus braucht sie – und sie ist mit der Situation völlig überfordert. Da bietet sich ihr eine überraschende Job-Option: Der »Tresco Abbey Garden« auf dem winzigen Scilly-Archipel sucht dringend eine Botanikerin. Kurzerhand ziehen Philippa und Rufus in das englische Insel-Paradies südwestlich von Cornwall. Sie liebt die Arbeit mit der üppigen Pflanzenwelt, und auch der Insel-Alltag mit Rufus pendelt sich langsam ein. Und dann ist da noch der Meeresbiologe Harry, der Philippas Herz schneller schlagen lässt. Bis ein Mann auftaucht, der behauptet, Rufus‘ Vater zu sein …

Ich freue mich sehr, bald mehr von dir lesen zu dürfen! Wo findet man dich denn überall im Internet, damit wir nichts mehr verpassen?


Die sicherste und beste Anlaufstelle ist meine Website! Auf www.carinmueller.de gibt es jede Woche einen neuen Blogartikel zu einem Thema, das mich gerade beschäftigt, Infos zu all meinen Büchern und Pseudonymen, meinen Podcast "Der literarische Saloon", Links zu all meinen Social Media-Konten und natürlich die Möglichkeit, sich für meine beiden Newsletter anzumelden. Da wäre einmal die "normale" Leserpost, in der ich ungefähr einmal pro Monat über News aus meiner internen Autorinnen-WG berichte (https://carinmueller.de/newsletter/leser-post) und für Schottland-Fans meine "Letters form Kirkby" (https://carinmueller.de/kirkby-letters), in denen sich alles um meine Highland-Hope-Reihe dreht. Bei beiden Newslettern darf man sich übrigens über ein besonderes Begrüßungs-Goodie freuen.

Ansonsten bin ich auf den üblichen Kanälen zu finden:


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