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Dunkle Federn, scharfe Krallen

Aktualisiert: 5. Apr. 2023

von Stella Delaney, Claudi Feldhaus, Anne Zandt, Luga Faunus, Juliet May, Mika M. Krüger und Anne Danck Rezensionsexemplar



Klappentext Klauen, Pfoten, Krallen. Gefiedert, geschuppt, mit weichem Fell. Treue Gefährten oder unnahbare Fremde?


Sie leben mit dir oder völlig im Verborgenen, sind Seelenverwandte, bewunderte Schönheiten oder verfluchte Plage: Tiere begleiten uns Menschen seit Beginn unserer Geschichte. Was haben sie zu erzählen? In sieben fantastischen Geschichten laden dich Katze, Hund, Schlange, Rabe, Waschbär, Affe und Ratte ein, auf ihren Pfaden zu wandeln. Doch Vorsicht, nicht alle Wege verlaufen im Licht. Traust du dich, mit ihnen zu gehen?


Am 14.10.2021 ist die Anthologie „Dunkle Federn, scharfe Krallen“ erschienen. Das Projekt ist über Tiere und für Tiere. Das heißt, alle Erlöse spenden wir an den Verein „Stark für Tiere e.V.“ Sieben Autoren schreiben Kurzgeschichten für einen guten Zweck Das Besondere an Dunkle Federn, scharfe Krallen ist nicht, dass sich hier sieben Autoren zusammengefunden haben, um unter einem gemeinsamen Thema verschiedene kurze Geschichten zu veröffentlichen, sondern, dass dies einem guten Zweck dienen soll. Alle Erlöse wandern an 'Stark für Tiere e.V.' sodass du mit dem Kauf eines Buches gleichzeitig etwas gutes tun kannst. Ich halte das für eine sehr schöne Idee. Auf der Webseite zu diesem Buch wird regelmäßig darüber informiert, wieviel Geld bisher gespendet werden konnte und ich würde sagen: Da geht noch was! Die liebe Technik Lasst uns ein wenig in das eintauchen, was uns hier erwartet. Ich bekam dieses Rezensionsexemplar als eBook und muss gestehen, dass ich das als Nachteil empfunden habe.

Jeder Story ist vorangestellt, dass es am Ende des Buches Triggerwarnungen gibt, für jene, die gerne vorher wissen, welche Themen sie erwarten und abschätzen möchten, auf was sie eventuell sensibel reagieren. Ich fand es gut, dass sie den Geschichten nicht vorangestellt wurden, sodass jeder selbst entscheiden kann, ob er sie aufrufen möchte.


Dann wurden für einige Dinge Fußnoten angeboten und hier muss ich ein dickes fettes leider, für die Art und Weise wie das umgesetzt wurde, aussprechen. Fußnoten behindern für mich nicht den Lesefluss, aber ich hätte sie gern unten auf der jeweiligen Seite und nicht erst nach der Geschichte gehabt. Da sie sich nicht per Klick ansteuern ließen, war es ziemlich lästig hier immer wieder scrollen zu müssen. Dass ich manche dieser Fußnoten (Rechtfertigung für Schreibweisen) etwas unsinnig fand, sei mal dahin gestellt. Aber bei Auslassungen im Fließtext ist mir das doppelt unbequem. Die Geschichte wurde nicht behindert. Aber allein zu wissen, dass hier etwas bewusst ausgelassen wurde, weil es triggern könnte, ich es aber trotzdem an der richtigen Stelle lesen wollte und nicht erst am Ende, hat mich das schon etwas genervt. Die einzelnen Geschichten Feuer und Asche Manche der Geschichten eigenen sich wirklich nicht als Lektüre vor dem Einschlafen, habe ich festgestellt, als ich die Erste las. Das liegt voll und ganz an mir. Ich glaube die war mir schlicht etwas zu düster. Ich konnte auch nicht alle Gedankengänge nachvollziehen, da zum Beispiel Zeitsprünge teilweise nicht gekennzeichnet waren, an anderen Stellen hingegen schon. Man musste viel zwischen den Zeilen lesen, was ich wirklich gerne tue. Zuletzt ergab es dennoch Sinn, obwohl es mich mit Fragen zurückließ. Stadtgeschichte Story drei hat mich zuerst aufgrund des Settings leicht verwirrt. Ich bekam Figuren aus dem Bereich High Fantasy, was ich zu Beginn gar nicht richtig mitbekommen habe, da es gleichzeitig um den Bau einer modernen U-Bahn ging. Aber der Ansatz klang sehr interessant und für mich war vorstellbar, dass man diese Geschichte ausbaut und weiter erzählt.

Plage Bei der letzten Geschichte wirkte der Fantasyanteil streckenweise ein wenig erzwungen, wohingegen mich der Märchentwist sehr positiv überrascht und abgeholt hat. Es wirkte nur bis dahin wie eine vollkommen normale Welt in der man einzelne Dinge einfach durch Magie ausgetauscht hat, ohne genau zu wissen, warum das jetzt nötig war. Hier wäre weniger mehr gewesen. Man muss ein Schädlingsbekämpfungsmittel nicht durch einen Zauber austauschen. Aber das ist Geschmacksache. Die dahinter stehenden Gedanken um Natur und die Auswirkungen menschlichen Eingreifens hingegen, fand ich wirklich gut platziert. Geister der Vergangenheit Die zweite Geschichte hatte so ihre speziellen Momente, die nochmal dadurch verstärkt wurden, dass sie eben nach der ersten platziert wurde. Die Auflösung fand ich hier sehr gelungen. Es ging um die Aufarbeitung eines Kindheitstraumas, was zuletzt überraschend warm und kuschelig wurde.

Schattenflug Die vierte Geschichte hat mir insbesondere deshalb gefallen, weil sie neben Fantasy und Tierwesen auch dezente Gesellschaftskritik übt. Die erdachte Welt hat Potential und ich war schon ein wenig traurig, als dieser kurze Ausflug zu ende war. Hier wurden einige Dinge angedeutet, für deren Ausgang ich mich interessiert hätte.


Zuckerperlen

In die Gesellschaftskritik stimmte auch diese Geschichte mit ein. Zwar behandelt sie ein ganz anderes Themenfeld aber war deshalb nicht weniger wichtig oder relevant. Sie dreht sich um ein kleines Mädchen, das zum richtigen Zeitpunkt einen Freund an die Seite gestellt bekommt. Der Twist, den diese Geschichte hinlegt ist herzzerbrechend traurig und doch findet man in dieser Misere noch ein kleines Fünkchen Schönheit. Die Äffin von Okinawa

Diese Geschichte war ebenfalls ein kleines Feuerwerk, das mit exotischen Twists punkten konnte. Hier verschoben sich die Grenzen der Realität sehr geschickt und schafften es gleichzeitig eine traurige Geschichte aufzugreifen, die sich wirklich so zugetragen hat. Nach all dieser Zeit wurde ihr endlich ein Ausgang geschenkt, der Hoffnung verspricht. Gesamteindruck Insgesamt kann man sagen, dass einem in einer solchen Sammlung natürlich nicht alle Geschichten gleich gut gefallen können. Aber genau das macht auch den Reiz aus. Man kann eine Handvoll Autoren etwas näher kennen lernen, die man bis dahin vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm hatte, sich in einen Stil neu verlieben und in viele Welten kurz eintauchen. Ich hatte das Gefühl, dass sich jemand wahnsinnig viele Gedanken um die Anordnung der Kurzgeschichten gemacht hat und empfand sie als sehr gelungen!



Eckdaten

Seitenzahl: 200

Genre: Fantasy

Verlag: Selfpublishment

Bewertung: ★★★★☆

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